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Warum Prüfungsangst kein Gegner ist, den man besiegen muss

  • Timo Pantwich
  • 1. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Wenn das Lernen plötzlich nicht mehr leicht fällt


Lena (Name geändert) kam mit einem Satz zu mir, den ich oft höre, nur in anderen Worten: "Ich kann das eigentlich, aber sobald die Prüfung näherrückt, blockiert irgendetwas in mir." Sie war keine Lernverweigerin. Im Gegenteil, Lernen hatte ihr immer Freude gemacht. Was fehlte, war nicht Wissen oder Disziplin, sondern ein Umgang mit der Angst selbst.

Die meisten Menschen versuchen an dieser Stelle, die Angst wegzudrücken oder zu überlisten. Genau das hatte Lena auch versucht, und genau das hatte nicht funktioniert.


Das systemische Prinzip: Angst hat eine Funktion


Im Coaching ging es zuerst um eine Verschiebung der Perspektive. Angst ist kein Defekt, den man reparieren muss. Sie ist ein Signal.

Angst zeigt dir nicht, dass du schwach bist. Sie zeigt dir, dass dir etwas wichtig ist.

Sobald Lena diesen Gedanken zulassen konnte, änderte sich die Beziehung zu ihrer eigenen Reaktion. Die Angst wurde vom Feind zum Hinweisgeber. Das ist der Kern systemischen Arbeitens mit Angst: nicht bekämpfen, sondern verstehen, worauf sie hindeutet.

Daraus ließen sich zwei konkrete Ansatzpunkte entwickeln.

Der erste war die Arbeit mit dem inneren Team, einem Modell, das davon ausgeht, dass in dir nicht eine einheitliche Stimme spricht, sondern mehrere innere Anteile mit unterschiedlichen Anliegen. Bei Lena gab es einen Anteil, der unbedingt Leistung bringen wollte, und einen anderen, der erschöpft war und Pause brauchte. Beide hatten recht, beide wurden bisher nicht gehört.


Das innere Team: mehrere Stimmen, ein System
erstellt mit CLAUDE AI by Anthrophic

Der zweite Ansatzpunkt war ein Bild, das Lena selbst entwickelte: ein E-Auto auf dem Weg zu den Polarlichtern, das ständig auf Vollgas fährt, weil ein Teil in ihr das verlangt. Ohne Ladestopp drohte die Tiefentladung. Das Bild machte sichtbar, was im Alltag oft unsichtbar bleibt:

  • Dauerleistung ohne Pause führt nicht zu mehr Output, sondern zum Systemausfall

  • Das Ziel zu erreichen setzt voraus, dass man unterwegs auftankt, nicht erst am Ende

  • Die Angst meldete sich genau dann am stärksten, wenn die Akkureserve am niedrigsten war


Was du daraus für dich mitnehmen kannst


Du musst keine Prüfungsangst haben, um von diesem Muster zu profitieren. Frag dich bei der nächsten Situation, die dich blockiert, nicht "wie werde ich das los", sondern: "worauf will dieses Gefühl mich hinweisen?" Meistens steckt darunter ein unausgesprochenes Bedürfnis, etwas Bestimmtes hinzubekommen, nicht zu enttäuschen, oder eine Grenze, die du selbst überschreitest.

Und frag dich, welcher Teil von dir gerade Vollgas gibt, ohne dass ein anderer Teil

mitreden darf.


Wie es weiterging


Lena hat ihre Prüfungsangst nicht "besiegt". Sie hat gelernt, sie zu lesen. Seit Februar 2025 begleite ich sie weiter, während sie ein neues Studium beginnt, mit deutlich weniger äußerer Fremdbestimmung und mehr Vertrauen in den eigenen Weg.

Für die Online-Sessions arbeite ich mit dem coachingspace, einer Plattform, die es erlaubt, Modelle wie das innere Team visuell und gemeinsam zu bearbeiten, statt nur darüber zu sprechen.


Erstgespräch vereinbaren


Wenn du merkst, dass eine wiederkehrende Anspannung dich blockiert, statt dir zu helfen, lohnt sich ein Blick darauf, was sie dir eigentlich sagen will. Vereinbare ein kostenloses Erstgespräch unter tp-coaching.net.

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